Post-Corona-Plan für den Bau gefordert


Foto: pixabay
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Die Zahl der Fertigstellungen im Wohnungsbau legte im Jahr 2019 insgesamt um 2 % zu. Von den fertiggestellten Wohnungen sind 255.900 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (+1,8 %), vor allem Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+6,0 %) sowie Einfamilienhäusern (+0,4 %), entstanden. Die Anzahl der Wohnungen in Zweifamilienhäusern ging dagegen um 2,8 % zurück. Trotz des anhaltenden Aufwärtstrends in den vergangenen Jahren liegen die Fertigstellungen jedoch weiterhin deutlich unter der Zielvorgabe der Bundesregierung von 375. 000 neuen Wohnungen pro Jahr. Um die große Nachfrage nach Immobilien zu stillen und die Wohnungsnot in den Städten zu bekämpfen, müssen nach Einschätzung der bundesweiten Aktionsgemeinschaft "Impulse für den Wohnungsbau" sogar jährlich bis zu 400.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das Verbändebündnis befürchtet, dass infolge der Coronakrise immer mehr Menschen in finanzielle Not geraten und sich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verschärft. Ein neues Positionspapier weist die Politik auf die Notwendigkeit verbesserter Anreize für den Wohnungsbau im Nachgang der Krise hin und empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen:

  1. Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren durch eine Verbesserung der Personaldecke in den Behörden sowie die konsequentere Einführung digitalisierter Prozesse und die Einrichtung eines Investitionsfonds, der die Umsetzung bereits genehmigter Bauvorhaben sicherstellt und einen temporären Einbruch der öffentlichen Bauinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen wirksam verhindert.
  2. Erhöhung der Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau auf mindestens 3 Mrd. Euro pro Jahr und anteilige Absicherung durch Bund und Länder.
  3. Dauerhafte Verbesserung der Abschreibungsbedingungen im Mietwohnungsbau durch die sachgerechte Anhebung der AfA von 2 % auf 3 %, sowie die Schaffung eines weiteren Förderinstruments für vom Wohnungsmangel betroffene Regionen.
  4. Dauerhafte Stärkung des selbstgenutzten Wohneigentums durch die schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag enthaltenen Bürgschaftsprogramme und der vorgesehenen Einführung eines Grunderwerbsteuer-Freibetrags für den Ersterwerb von neugebautem selbstgenutztem Wohneigentum.
  5. Verbesserung der Förderung energetischer Sanierungen beispielsweise durch die Ausweitung auf vermietete Wohngebäude oder verbesserte Zuschussregelungen sowie die Berücksichtigung von Ersatzneubau, wenn dieser nachweislich die ressourceneffizientere und wirtschaftlichere Alternative zur Modernisierung ist.

Der Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg ist Mitglied der bundesweiten Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau". Sie wurde im Jahr 2004 auf Initiative des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, des BBS Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden, des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes ZDB und der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau ins Leben gerufen. Das Verbändenetzwerk wird inzwischen von einem breiten Bündnis der Immobilien- und Baubranche getragen. Dem Bündnis gehören der Deutsche Mieterbund, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt  und 25 bundesweit tätige Verbände und Kammern der Immobilien- und Bauwirtschaft an.

 

www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de