Bezahlbarer Wohnungsbau im Fokus


Der Fachverband setzt sich für die Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Wohnungsbau ein und nutzte im vergangenen Jahr auch die Veranstaltungsreihe „Forum Zukunft grünes Bauen“ auf der Bundesgartenschau in Heilbronn, um das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ vor Vertretern von Städten und Kommunen zu diskutieren. Schnell ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bleibt eine der zentralen Herausforderungen für Politik und Gesellschaft. Denn der Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg ist nach wie vor angespannt. Im Jahr 2019 konnte der Bedarf an den jährlich rund 65.000 erforderlichen neugebauten Wohnungen wieder nicht gedeckt werden. Die Baugenehmigungen und Baufertigstellungen stagnierten und blieben mit 42.721 genehmigten bzw. 34.881 fertiggestellten Wohnungen erneut hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen herrscht Wohnungsknappheit. Es fehlen vor allem günstige Wohnungen für Menschen mit geringerem Einkommen. Doch was kann die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik dagegen tun?

 

Susanne Bay, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag war am 1. Oktober 2019 zu Gast auf dem „Forum Zukunft grünes Bauen“ und zeigte mögliche Stellschrauben zur Ankurbelung des Wohnungsbaus auf. Vergünstigte Überlassung von Bauland, Beschleunigung der Genehmigungs- und Bauprozesse, Ausweitung der Förderprogramme zum Bau von Mietwohnungen, insbesondere im sozialen Wohnungsbau, aber auch von selbstgenutztem Wohnraum waren einige ihrer Vorschläge. Sie sprach sich außerdem für einen fairen Wettbewerb unter den Baustoffen aus und lobte die Potenziale des Baustoffs Beton und der Vorfertigung. Ein gutes Praxisbeispiel hierfür, präsentierte im Anschluss Ditmar Joest, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbau GmbH (kwb) Rheingau-Taunus. Die kwb hat das erste Projekt auf Grundlage der Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen gebaut und damit qualitativ hochwertigen und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum realisiert. Ein Vorteil dieser Vereinbarung ist der Festpreis, der für die insgesamt neun Wohnungsbaukonzepte zugesichert wird. Bei dem Bau des Mehrfamilienhauses im hessischen Idstein konnte die Bauzeit durch den hohen Vorfertigungsgrad um rund 10 Monate reduziert werden. Auch die Lärm- und Staubbelastung für die Anwohner war damit deutlich geringer als bei einem konventionellen Bau, was zu einer höheren Akzeptanz des Vorhabens beigetragen hat.

 

Seit über drei Jahrzehnten nutzt der Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg, dem InformationsZentrum Beton sowie dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg Gartenschauen als gemeinsame Kommunikationsplattform. Während der allgemeine Besucher vor allem mit interessanten Ausstellungsbeiträgen angesprochen werden soll, sucht man im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Zukunft Grünes Bauen“ den Dialog mit Planern, Architekten und der Öffentlichen Hand. Auf der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 fanden insgesamt vier solche Foren statt.